Berlin (epd). Der Berliner Senat schätzt die Gefahr durch islamistischen Terrorismus weiterhin hoch ein. Nach wie vor bestehe eine abstrakt hohe Gefährdungslage, teilte die Senatsinnenverwaltung am Montag anlässlich der Veröffentlichung des „Islamismus-Monitors“ mit. Der islamische Extremismus präsentiere sich zunehmend digital und jugendaffin, hieß es. Er übe eine Anziehungskraft insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene aus.
In dem 27 Seiten umfassenden „Islamismus-Monitor“ heißt es unter anderem, Terrororganisationen nutzten das Internet nach wie vor zur Verbreitung jihadistischer Inhalte sowie zur Rekrutierung. Dabei würden gezielt aktuelle Ereignisse wie die Eskalation des Nahostkonflikts aufgegriffen und das Narrativ einer angeblich weltweiten Unterdrückung und Feindschaft gegenüber dem Islam und den Muslimen bedient. Psychisch auffällige Einzeltäter, haftentlassene Dschihadisten und aus einstigen Kampfgebieten zurückkehrende Inhaftierte stellten eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar.
Weniger Gewalt, mehr Propaganda
Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität und religiösen Ideologie hat die Polizei laut Kriminalitätsstatistik 2025 einen weiteren Anstieg auf 532 Fälle erfasst (2024: 477 Fälle; 2023: 210 Fälle). Die Gewaltdelikte sanken dagegen im vergangenen Jahr auf 16 Fälle (2024:19; 2023: 24). Terrorismusdelikte stiegen von neun Fällen im Jahr 2024 auf 21 Fälle im vergangenen Jahr. Einen starken Zuwachs gab es bei den Propagandadelikten in den vergangenen beiden Jahren infolge des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 und des folgenden Gaza-Kriegs.




