Hilfswerke fordern mehr Hilfe für Sudan

Hilfswerke fordern mehr Hilfe für Sudan
Der Beginn des Krieges im Sudan jährt sich am Mittwoch zum dritten Mal. Hilfswerke mahnen mehr Aufmerksamkeit und Hilfe für die Krise an.

Bonn, Aachen (epd). Drei Jahre nach Beginn des Krieges im Sudan mahnen Care Deutschland und das katholische Hilfswerk Misereor internationale Aufmerksamkeit und mehr Hilfe für die Bevölkerung an. Care sprach am Montag in Bonn angesichts der mangelnden Wahrnehmung der Hungersnot und des Leidens der Zivilisten von politischem Versagen. „Wer jetzt nicht handelt, nimmt das Leiden der Zivilbevölkerung und vermeidbare Todesfälle bewusst in Kauf“, sagte Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel.

Laut dem Hilfswerk Care, das nach eigenen Angaben seit 1979 im Sudan tätig ist und mit lokalen Partnern zusammenarbeitet, handelt es sich um die zahlenmäßig größte humanitäre Krise der Welt. „Menschen fliehen vor Bomben und Hunger gleichzeitig.“ Nach wochenlangen Märschen erreichten sie erschöpft, traumatisiert und schwer mangelernährt Nachbarländer wie den Tschad oder Südsudan. Vor allem Frauen und Mädchen berichteten von sexuellen Übergriffen. Kinder erzählten vom Verlust der Eltern im Chaos.

Sudan-Konferenz in Berlin

Seit drei Jahren herrscht im Sudan ein erbitterter Machtkampf, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus.

Die Bundesregierung lädt für Mittwoch zu einer internationalen Sudan-Konferenz in Berlin ein. Im Kern geht es bei dem gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union ausgerichteten Treffen darum, Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung zu mobilisieren und Wege aus dem Krieg zu finden. Das katholische Hilfswerk Misereor appellierte an die Teilnehmerstaaten, „endlich ausreichend Mittel für humanitäre Hilfe bereitzustellen“.