Papst Leo XIV. richtet starken Friedensappell an die Welt

Papst Leo XIV. richtet starken Friedensappell an die Welt
Zum orthodoxen Osterfest mahnt Papst Leo XIV., dass die Aufmerksamkeit für den Ukraine-Krieg nicht nachlassen dürfe. Bereits am Samstag hatte das Kirchenoberhaupt im Petersdom einen eindringlichen Friedensappell an die Welt gerichtet.
12.04.2026
epd
Almut Siefert (epd)

Rom (epd). Papst Leo XIV. hat am Wochenende mehrmals eindringlich zu Frieden in der Welt aufgerufen. „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben!“, sagte der Papst am Samstagabend während eines von ihm initiierten Friedensgebets im Petersdom in Rom.

Während des Friedensgebets ging der Papst nicht wörtlich auf bestimmte Kriege oder Akteure ein. Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie sei schwer erschüttert, sagte Leo. „Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen.“ Beobachter deuten dies als Anspielung in Richtung des US-Präsidenten Donald Trump. Anfang März waren Aufnahmen aus dem Weißen Haus veröffentlicht worden, die zeigen, wie mehrere Geistliche mit dem US-Präsidenten um göttlichen Beistand für diesen beteten. „Wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst“, sagte der Papst am Samstagabend im Petersdom, „er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod.“

„Setzt euch an den Tisch des Dialogs“

Bereits am Dienstag hatte Leo die Drohung Trumps mit der Auslöschung einer ganzen Zivilisation, die dieser kurz vor einer Einigung auf eine Waffenruhe mit dem Iran ausgesprochen hatte, als „inakzeptabel“ bezeichnet. In seiner Ansprache am Samstag erwähnte er Trump nicht namentlich, richtete sich aber an die „Regierenden aller Nationen“. „Ihnen rufen wir zu: Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!“, sagte Leo und ergänzte: „Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“

Krieg in der Ukraine nicht aus den Augen verlieren

Während des Mittagsgebets am Sonntag rief Leo dazu auf, den Krieg in der Ukraine nicht aus den Augen zu verlieren. „Die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für das Drama dieses Krieges darf nicht nachlassen“, sagte der Papst vom Fenster des Apostolischen Palastes aus. Am Sonntag feiern viele orthodoxe Kirchen Ostern.

Das katholische Kirchenoberhaupt setzte auch einen Fokus auf den Konflikt im Sudan. „Am kommenden Mittwoch jährt sich der Beginn des blutigen Konflikts im Sudan zum dritten Mal“, erinnerte der Papst und erneuerte seinen Appell an die Konfliktparteien, „die Waffen zum Schweigen zu bringen und ohne Vorbedingungen einen aufrichtigen Dialog aufzunehmen, um diesen Bruderkrieg so schnell wie möglich zu beenden.“

Aufruf zum Waffenstillstand im Libanon

Auch den Menschen im Libanon, wo die israelische Armee gegen die Hisbollah-Miliz kämpft, drückte der Papst seine Nähe aus. „Das Prinzip der Menschlichkeit, das im Gewissen jedes Menschen verankert und in den internationalen Gesetzen anerkannt ist, beinhaltet die moralische Verpflichtung, die Zivilbevölkerung vor den grausamen Auswirkungen des Krieges zu schützen“, sagte Leo. Er forderte auch hier einen Waffenstillstand und die Suche nach einer friedlichen Lösung.

Am Montag bricht der 70-Jährige zu seiner bisher längsten Reise als Kirchenoberhaupt auf. In elf Tagen will der Papst vier Länder auf dem afrikanischen Kontinent besuchen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Seine erste Etappe in Algerien soll ganz im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs stehen. Bereits am Montag steht ein Besuch der großen Moschee von Algier auf dem Plan.