Rom (epd). Papst Leo XIV. hat dazu aufgerufen, den Krieg in der Ukraine nicht aus den Augen zu verlieren. „Die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für das Drama dieses Krieges darf nicht nachlassen“, sagte der Papst nach dem Mittagsgebet am Sonntag vom Fenster des Apostolischen Palastes aus.
An diesem Sonntag feiern viele orthodoxe Kirchen Ostern, was der Papst zum Anlass nahm, erneut eine eindringliche Forderung nach Frieden zu formulieren. Das katholische Kirchenoberhaupt setzte auch einen Fokus auf den Konflikt im Sudan. „Am kommenden Mittwoch jährt sich der Beginn des blutigen Konflikts im Sudan zum dritten Mal“, erinnerte der Papst und erneuerte seinen Appell an die Konfliktparteien, „die Waffen zum Schweigen zu bringen und ohne Vorbedingungen einen aufrichtigen Dialog aufzunehmen, um diesen Bruderkrieg so schnell wie möglich zu beenden.“
Aufruf zum Waffenstillstand im Libanon
Auch den Menschen im Libanon, wo die israelische Armee gegen die Hisbollah-Miliz kämpft, drückte der Papst seine Nähe aus. „Das Prinzip der Menschlichkeit, das im Gewissen jedes Menschen verankert und in den internationalen Gesetzen anerkannt ist, beinhaltet die moralische Verpflichtung, die Zivilbevölkerung vor den grausamen Auswirkungen des Krieges zu schützen“, sagte Leo. Er forderte die Konfliktparteien auf, den Waffenstillstand zu erklären und dringend nach einer friedlichen Lösung zu suchen.
Bereits am Samstagabend hatte der Papst während eines Friedensgebets im Petersdom einen eindringlichen Aufruf zum Frieden formuliert. „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“, sagte Leo in einer Ansprache.
Am Montag bricht der 70-Jährige zu seiner bisher längsten Reise als Kirchenoberhaupt auf. In elf Tagen will der Papst vier Länder auf dem afrikanischen Kontinent besuchen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Seine erste Etappe in Algerien soll ganz im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs stehen. Bereits am Montag steht ein Besuch der großen Moschee von Algier auf dem Plan.




