Somalische Influencerin aus Mainz verliert Flüchtlingsstatus

Somalische Influencerin aus Mainz verliert Flüchtlingsstatus
Eine aus Somalia geflüchtete Frau, die jahrelang unbehelligt in Rheinland-Pfalz lebte, soll in Videos zu Gewalt in ihrem Heimatland aufgerufen haben. Nun wurde der Influencerin mit über 250.000 Followern im Netz ihr Flüchtlingsstatus aberkannt.

Mainz (epd). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat den Flüchtlingsstatus einer zuletzt in Mainz lebenden Influencerin aus Somalia aufgehoben, der in der Vergangenheit wiederholt die Verbreitung von Hassbotschaften vorgeworfen worden war. Die Mainzer Stadtverwaltung bestätigte am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass die örtliche Ausländerbehörde aktuell auch den Widerruf ihrer Aufenthaltsgenehmigung prüfe. Gegen beide Entscheidungen könnte die Somalierin, die bei Tiktok unter dem Pseudonym „Xidigta Jarmalka“ („Deutschlands Stern“) auftritt und dort über 250.000 Follower hat, noch gerichtlich vorgehen. Zuerst hatte die „Rheinpfalz“ darüber berichtet.

Ein Sprecher der Stadtverwaltung räumte ein, dass eine Abschiebung der Frau in das Bürgerkriegsland auch nach einem Entzug des legalen Aufenthalts sehr schwierig werden könnte. Die Influencerin stand in der Vergangenheit bereits mehrfach im Mittelpunkt von Medienberichten. Sie soll in Videobotschaften zu Gewalt gegen Mitglieder eines verfeindeten Clans aufgerufen haben. In diesem Zusammenhang laufen auch polizeiliche Ermittlungen gegen die Frau.

Besuche in Somalia

Zu den Gründen für den Verlust der Flüchtlingseigenschaft wollte die Stadt keine Angaben machen. Einem Bericht der „Rheinpfalz“ zufolge waren nicht die Online-Aktivitäten Anlass für den Widerruf, sondern durch Tiktok-Videos dokumentierte Reisen in die völkerrechtlich zu Somalia gehörende Region Somaliland. Die Provinz hatte sich 1991 einseitig vom Zentralstaat abgespalten. Nach geltender deutscher Gesetzeslage riskieren Flüchtlinge mit Besuchen im Herkunftsland den Verlust ihres Aufenthaltsrechts.