Weimar (epd). Zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald ist mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Daran nahmen in der Gedenkstätte bei Weimar am Sonntag auch zwei hochbetagte Holocaust-Überlebende teil, der 98-jährige Alojzy Maciak aus Polen und der 99-jährige Andrei Moiseenko aus Belarus.
Das Konzentrationslager war im Juli 1937 gegründet und am 11. April 1945 befreit worden. Fast 280.000 Menschen aus mehr als 50 Ländern waren in Buchenwald oder einem der Außenlager inhaftiert, rund 56.000 von ihnen überlebten die Deportation in das KZ nicht.
Nationalismus entgegentreten
Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, betonte, zum Sieg über den Nationalsozialismus habe neben den Armeen der Alliierten auch der europaweite Widerstand beigetragen. Daran müsse weiter erinnert werden. Zugleich rief er dazu auf, sich dem Vormarsch nationalistischer Strömungen mit Geschichtsbewusstsein entgegenzustellen.
Das Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen stehe derzeit „in keinem guten politischen Kontext“, sagte der Historiker. Erinnerungskultur werde als sogenannter „Schuldkult“ angegriffen, ein Kulturkampf richte sich gegen den Geist der Aufklärung. Dem müsse mit klarem ethischem Kompass begegnet werden.
Ehrenbürgerwürde verliehen
Die Stadt Weimar hatte bereits vor dem Jahrestag vier weitere Buchenwald-Überlebende zu Ehrenbürgern ernannt. Die Urkunden für Sidney Finkel, Joseph Szwarzberg, Isaak Goldblum und Georgij Iwanowitsch Sidorenkow, die als Kinder und Jugendliche in Buchenwald inhaftiert waren, wurden am Freitag unterzeichnet.



