Bonn (epd). Tier- und Naturschutzorganisationen haben sich Forderungen nach einem bundesweiten Nachtfahrverbot für Mähroboter angeschlossen. Die Maschinen stellten vor allem für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar, teilte der Deutsche Tierschutzbund am Mittwoch in Bonn mit. Igel seien besonders in den Abend- und Nachtstunden aktiv. Die Geräte könnten die Tiere nur unzureichend erkennen und verletzten sie zum Teil schwer.
"Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, heißt es in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).
Unterzeichnet haben insgesamt zwölf Verbände, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring, WWF Deutschland und das Umweltinstitut München. Sie verweisen darauf, dass nach dem Bundesnaturschutzgesetz Igel besonders geschützt seien.
Städtetag sieht auch Hersteller in der Verantwortung
Am Montag hatte bereits der Deutsche Städtetag ein Nachtfahrtverbot für Mähroboter gefordert. Der Verband appellierte zudem an die Gerätehersteller, Lösungen zu finden, um die Kleintiere zu schützen.
Nach Angaben des Tierschutzbundes haben mehrere Kommunen wie etwa Augsburg, Bayreuth, Köln oder Leipzig bereits Nachtfahrverbote für Mähroboter umgesetzt. Eine bundesweite Regelung sei zwar bei der in der letzten Legislaturperiode geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten worden, mit dem Ende der Ampel-Koalition jedoch gescheitert.



