Ostermarschierer gehen bundesweit auf die Straße

Ostermarschierer gehen bundesweit auf die Straße
Von Bremen bis München, von Berlin bis Köln demonstrieren Menschen am Osterwochenende für Frieden.
05.04.2026
epd
Von Karsten Frerichs (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Bundesweit sind Menschen auf die Straße gegangen, um bei den traditionellen Ostermärschen für Frieden und Abrüstung zu demonstrieren. Am Samstag gab es nach Angaben der Veranstalter mehr als 70 Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren und Mahnwachen. Hauptthemen der Friedensaktivisten sind in diesem Jahr die Kriege im Nahen Osten und in der Golf-Region sowie in der Ukraine, die Aufrüstung der Bundeswehr und die Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Die Ostermärsche haben eine 66-jährige Tradition. Bis zum Ostermontag waren insgesamt 124 Veranstaltungen angemeldet. Abschlusskundgebungen soll es unter anderem in Dortmund, Frankfurt am Main und Nürnberg sowie am Fliegerhorst Büchel in der Eifel geben.

In Duisburg und Köln begann am Samstag der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr, der am Sonntag per Fahrrad von Essen nach Bochum führte und am Montag in Dortmund enden soll. Die Teilnehmerzahlen lagen nach Angaben von Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative in Bonn, das die Ostermärsche koordiniert, weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings fehlten zunächst noch verlässliche Angaben. Im vergangenen Jahr waren nach Veranstalterangaben von Gründonnerstag bis Ostermontag bundesweit mehr als 40.000 Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße gegangen.

Mehr als 1.000 Menschen bei Berliner Ostermarsch

In Berlin kamen am Samstag laut Polizei mehr als 1.000 Menschen zusammen. Neben den aus vergangenen Jahren weithin bekannten Forderungen wie „Schwerter zu Pflugscharen“, „Völkerrecht statt Faustrecht“ und „Alle Atomwaffen weg“ gab es Parolen wie „Finger weg vom Iran, Kuba und Venezuela“ und die Forderung, alle US-Militärbasen in Deutschland zu schließen.

Zu sehen waren auch Dutzende Flaggen der Islamischen Republik Iran und Kubas neben Fahnen von DKP, BSW, Linken und Gewerkschaften wie ver.di, GEW und Eisenbahnergewerkschaft. Einen großen Block stellten zudem Palästina-Aktivisten, die Israel vorwarfen, im Gaza-Streifen einen Völkermord zu begehen.

Jeweils etwa 800 Demonstrierende gab es laut Polizei am Samstag in Bremen sowie nach Angaben der Veranstalter in Mannheim und Kassel. In München nahmen nach Polizeiangaben rund 550 Menschen teil, in Wiesbaden und Fulda waren es jeweils 500, in Augsburg 450 und in Duisburg 350. In Unterlüß bei Celle zogen nach Polizeiangaben rund 150 Menschen zu einem Werk des Rüstungskonzerns Rheinmetall.