Duisburg, Bonn (epd). Friedensaktivisten haben am Samstag mit zahlreichen Ostermärschen in ganz Deutschland demonstriert. Am Hauptaktionstag der Ostermarschierer waren mehr als 70 Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren und Mahnwachen geplant. In Duisburg begann der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr, der bis Montag über Essen, Gelsenkirchen, Herne und Bochum nach Dortmund zieht. Er steht unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gegen Wehrpflicht und Militarisierung! Keine neuen Mittelstreckenwaffen in unserem Land!“
Eine zweite Auftaktveranstaltung zum Ostermarsch Rhein-Ruhr, einem der größten in Deutschland, sollte am Mittag in Köln beginnen. Auch in Berlin, Leipzig, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Bonn, München, Stuttgart und Saarbrücken sowie zahlreichen kleineren Städten wie Düren, Plauen und Traunstein gingen am Karsamstag Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße.
Nahost-Krieg „alles überschattendes Thema“
Hauptthemen der Friedensaktivisten sind in diesem Jahr die Kriege im Nahen Osten und in der Golf-Region sowie in der Ukraine, die Aufrüstung der Bundeswehr und die Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Zentrale Forderungen seien die universelle Einhaltung des Völkerrechts und sofortige diplomatische Initiativen zur Beendigung von Kriegen, erklärte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative in Bonn, das die Ostermärsche koordiniert.
Als „alles überschattendes Thema“ nannte Golla den Krieg im Nahen Osten. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie die Militäreinsätze Israels im Libanon und in den palästinensischen Gebiete müssten sofort gestoppt werden. Ein weiterer zentraler Punkt der Ostermarsch-Aufrufe sei eine Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine.
Teilnahme zunächst auf Vorjahresniveau
Die Ostermärsche waren am Gründonnerstag gestartet. Bislang liege die Beteiligung in etwa auf dem Niveau der Vorjahre, sagte Golla am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im vergangenen Jahr waren nach Veranstalterangaben von Gründonnerstag bis Ostermontag bundesweit mehr als 40.000 Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße gegangen.



