Weimar (epd). Gegen das Verbot einer Mahnwache an der Gedenkstätte Buchenwald am 12. April wollen Organisatorinnen und Organisatoren der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ juristisch vorgehen. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora müsse eine „offene Thematisierung des Völkermords in Gaza“ ermöglichen, erklärte ein Sprecher der Kampagne am Freitag. Es dürfe keine Haus- und Sprechverbote wegen Palästina-Solidarität oder Kritik an Israel geben.
Am 12. April wird in der Gedenkstätte offiziell der Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren gedacht. Am Montag hatten die zuständigen Ordnungsbehörden der Stadt Weimar die geplante Kundgebung auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald untersagt. Aus Ausweichort wurde dem Bündnis aus linksextremen und linken Organisationen der Theaterplatz in Weimar angeboten.
Buchenwald ist auch ein Friedhof
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) kündigte eine starke Polizeipräsenz an, sollten Gerichte eine Demonstration auf dem Gedenkstättengelände erlauben. Antisemitismus von links sei ein ernstes Problem, sagte Maier dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Polizei werde sicherstellen, dass alle Auflagen eingehalten und Übergriffe verhindert werden.
Zuvor hatte Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner erklärt, er werde am Tag des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers dafür sorgen, dass die Überlebenden und deren Angehörige im Mittelpunkt stehen. Ein Missbrauch des Gedenkens an die Befreiung des KZs vor 81 Jahren für politische Ideologien werde nicht geduldet. Wagner betonte, die Gedenkstätte sei nicht nur ein geschichtspolitischer Erinnerungsort, sondern auch ein Friedhof. Manche Menschen wüssten offenbar nicht, wie man sich dort zu verhalten habe.





