Erfurt (epd). Die politisch motivierte Kriminalität ist im vergangenen Jahr in Thüringen zurückgegangen. Insgesamt seien 4.205 Fälle registriert worden, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Donnerstag in Erfurt. Im Jahr zuvor seien noch 5.234 Ermittlungen in diesem Bereich geführt worden.
Maier betonte, der Rückgang sei auch darauf zurückzuführen, dass anders als das Vorjahr 2025 kein Superwahljahr im Freistaat gewesen sei. Weniger Wahlkampf bedeute erfahrungsgemäß weniger Angriffe auf Plakate oder Anfeindungen gegenüber Kandidaten und Kandidatinnen.
2.424 rechtsextreme Straftaten
Den größten Teil der politischen Delikte machten mit 2.424 Fällen laut Maier erneut Straftaten aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Im Bereich der linksextremistisch motivierten Kriminalität seien 759 Taten registriert worden.
Deutlich gesunken seien die sonstigen Fälle, die keinem Spektrum klar zugeordnet werden können. Trotz des Rückgangs blieben die Fallzahlen auf einem hohen Niveau und stellten eine Herausforderung für Sicherheitsbehörden und Gesellschaft dar, sagte Maier.
Viele Propagandadelikte
Mehr als ein Drittel der Straftaten mit politischem Hintergrund bildete wie in den Vorjahren die sogenannten Propagandadelikte. Sie seien gegenüber 2024 um 236 auf 1.549 Taten gesunken. Neun von zehn Fällen weisen laut Statistik einen rechtsextremistischen Hintergrund auf.
Politisch motivierte Gewalttaten wurden 197 gezählt. Das entspreche einem Rückgang von rund 14 Prozent, sagte Maier. Zumeist habe es sich um Körperverletzungen gehandelt, aber in einem Fall auch um einen versuchten Mord sowie um Erpressungen oder Raubstraftaten.





