Senegal: Verschärfung von Homosexualitäts-Verbot in Kraft gesetzt

Senegal: Verschärfung von Homosexualitäts-Verbot in Kraft gesetzt
Die möglichen Haftstrafen für sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts haben sich verdoppelt. Der Präsident setzte ein entsprechendes Gesetz in Kraft.

Dakar (epd). Schwulen und Lesben droht im Senegal eine Haftstrafe von zehn Jahren. Präsident Bassirou Diomaye Faye setzte das vor rund zwei Wochen vom Parlament verabschiedete Gesetz in Kraft, wie das Nachrichtenportal „Seneweb“ am Dienstag berichtete. Die Unterschrift sei bereits am vergangenen Freitag erfolgt. Damit verdoppelt sich die maximale Haftstrafe für sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts. Mindeststrafe sind fünf Jahre, eine Bewährungsstrafe ist nicht möglich.

Das Gesetz bestraft sogenannte „widernatürliche Handlungen“ in dem westafrikanischen Land, neben Homosexualität auch sexuelle Handlungen mit Toten und Tieren. Es ist eine Verschärfung eines seit 1965 existierenden Gesetzes, das Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren vorsah. Dazu kommt eine Geldstrafe von 2.000.000 bis 10.000.000 CFA-Francs (umgerechnet rund 3.050 bis 15.200 Euro).

Feindlichkeit nimmt zu

Auch die „Verherrlichung einer widernatürlichen Handlung“ ist strafbar. Als diese gilt jede öffentliche Darstellung durch Wort, Schrift, Bild oder Geste, „die darauf abzielt, Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität, Zoophilie, Nekrophilie oder jede andere vergleichbare Praxis zu fördern“. Dies kann künftig mit einer Freiheitsstrafe von drei bis sieben Jahren und einer Geldstrafe von 500.000 bis 5.000.000 CFA-Francs belegt werden.

Dem Gesetz vorausgegangen war eine Welle von Hetze gegen queere Menschen und Verhaftungen von mutmaßlichen Homosexuellen im Land. Auch mehrere senegalesische Prominente wurden inhaftiert, weil ihnen Homosexualität vorgeworfen wurde. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer deutlichen Zunahme der Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen.