Hannover (epd). Laut einer Forsa-Umfrage nutzt nahezu jeder Heranwachsende regelmäßig digitale Medien und Online-Angebote. Klar an Position eins steht bei den 6- bis 18-Jährigen das Video-Streaming (80 Prozent), gefolgt von Musik-Streaming (64 Prozent) und Sozialen Netzwerken wie TikTok, Snapchat oder WhatsApp (52 Prozent), wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) am Montag in Hannover mitteilte. Sie hatte die Umfrage unter 1.001 Eltern beauftragt.
Rund 20 Prozent der befragten Mütter und Väter fühlen sich den Angaben zufolge schlecht darüber informiert, was ihre Kinder im Internet anschauen. Die Mehrheit der Eltern ist hingegen überzeugt, einen guten Überblick über die Online-Nutzung ihres Nachwuchses zu haben. Dennoch befürchten 53 Prozent von ihnen, dass der Internet-Konsum ihre Kinder süchtig machen könnte. Auch andere negative Folgen wie Konzentrationsprobleme (50 Prozent), Bewegungsmangel (34) und Schlafstörungen (27) werden befürchtet. Zudem haben Eltern Sorge, dass ihre Kinder mit Fake News konfrontiert werden (48 Prozent) oder Cybermobbing ausgesetzt sein könnten (39).
„Balance zwischen Chancen und Risiken ausloten“
Dabei bergen die digitalen Medien laut der KKH-Psychologin Franziska Klemm auch ein großes Potenzial für die Entwicklung sozialer Kompetenzen, kognitiver Fähigkeiten sowie für räumliches und strategisches Denken. „Für Eltern liegt die Herausforderung darin, die Balance zwischen Chancen und Risiken auszuloten“, betonte Klemm.
Medienkompetenz müsse durch Eltern und die Schule vermittelt werden, betonte die Psychologin: „Social Media und andere digitale Angebote sind Verführungskünstler.“ Sie nutzen technische und psychologische Mechanismen, um Nutzerinnen und Nutzer längerfristig online zu binden, „denn damit verdienen sie ihr Geld.“
Offline-Zeiten für Aktivitäten in der analogen Welt
Basis für eine bewusste Mediennutzung sollten Klemm zufolge gemeinsam aufgestellte Regeln und die Anwendung von Sicherheitseinstellungen sein. Dazu zählten altersgemäß begrenzte Bildschirmzeiten, Zeitlimits für bestimmte Apps, Privatsphäre-Einstellungen und bewusste Offline-Zeiten, die für Treffen mit Gleichaltrigen, Sport oder Musik genutzt werden sollten.



