Berlin (epd). Schoko-Osterhasen aus konventionellem Kakao haben nach Darstellung der Umweltorganisation WWF eine verheerende Umweltbilanz. Der Anbau der Kakaopflanzen vernichte Tropenwälder, erklärte WWF-Referent Johannes Zahnen am Montag in Berlin: „Beim Blick auf die Schokolade wird deutlich, wie direkt unser Konsum in Deutschland und Europa mit der globalen Waldzerstörung verknüpft ist.“ Dieses politische Problem dürfe nicht auf die Verbraucher abgewälzt werden.
Er verwies auf die EU-Waldschutzverordnung EUDR, die „genau dafür gemacht“ sei. Diese verpflichte Unternehmen erstmals verbindlich dazu, nachzuweisen, dass Kakao und andere Rohstoffe nicht mit Entwaldung in Verbindung stehen. Die Verordnung befinde sich allerdings derzeit in einem Revisionsprozess und drohe „getrieben von Teilen der heimischen Forst- und Agrarlobby“ verwässert zu werden.
Frisch gerodete Böden gut für Kakaobohnen
In den Kakao exportierenden Ländern Elfenbeinküste, Ghana und Kamerun gehen laut WWF-Angaben mittlerweile 60 Prozent der durch Agrarrohstoffe verursachten Waldverluste auf den Kakaoanbau zurück. Der Kakaoanbau verschiebe sich immer weiter in unberührte Wälder. Die Bohnen würden besonders gut auf frisch gerodeten Waldböden gedeihen, was dazu führe, dass Kleinbauern schnell neue Flächen erschließen.
Verheerende Zahlen nannte die Umweltorganisation etwa für Liberia und Kamerun. In Liberia sei der Kakaoanbau direkt für 375.000 Hektar Waldverlust verantwortlich. In Kamerun seien allein im Jahr 2023 rund 103.000 Hektar Primärwald zerstört worden.



