Berlin (epd). Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), will sich für den Erhalt der größten deutschen Suchtklinik für Kinder und Jugendliche im niedersächsischen Ahlhorn einsetzen. Die Schließung der in Finanzschwierigkeiten steckenden Dietrich-Bonhoeffer-Klinik „wäre ein schwerer Verlust“, sagte Streeck der „Bild“-Zeitung (Montag). „Gerade für junge Menschen mit Suchterkrankungen brauchen wir solche Therapieangebote dringend.“ Er werde daher zwischen Betreibern und Rentenversicherung vermitteln, um den Erhalt von Therapieplätzen zu sichern.
Streeck betonte, es gebe einen hohen Bedarf an Therapieplätzen. Die Abhängigkeit bei Jugendlichen nehme zu, die Zahl der Drogentoten unter 30 Jahren steige, und der Zugang zu Drogen sei durch das Internet so leicht wie nie. Aus diesem Grund müsse man „alles daransetzen, junge Abhängige früh in Therapie zu bringen“.
Trägerin beklagt massive Unterfinanzierung
Die Klinik im ostfriesischen Ahlhorn hat angekündigt, ihren Betrieb zum 30. Juni einzustellen. Als Ursache nannte die Trägerin, die diakonische Leinerstift-Gruppe, eine massive Unterfinanzierung, die es unmöglich mache, den Betrieb kostendeckend und therapeutisch angemessen weiterzuführen. Durch das Aus für die Klinik würden 60 der bundesweit nur 85 Reha-Plätze für suchterkrankte Kinder und Jugendliche wegfallen, hieß es.
Auf „Bild“-Anfrage sagte eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung: „Mit der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik wurde eine höhere Vergütung verhandelt, die den Besonderheiten der Klinik und den finanziellen Bedarfen entspricht.“ Warum ein wirtschaftlicher Betrieb dennoch nicht möglich gewesen sei, könne „die Einrichtung oder ihr Träger nur selbst beantworten“. Die Deutsche Rentenversicherung stelle allerdings auch künftig sicher, dass alle jungen Menschen einen Reha-Platz erhalten, wenn sie ihn benötigen, betonte die Sprecherin.



