Berlin (epd). Gegen den Auftritt der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, im Berliner Babylon-Kino formieren sich am Montag und Dienstag mehrere Proteste. Die Polizei zählt sechs angemeldete Versammlungen mit rund 270 erwarteten Teilnehmenden, wie ein Sprecher auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Die umstrittene Italienerin wird bei drei Vorführungen der Dokumentation „Disunited Nations - Die Uno und der Nahe Osten“ zu Filmgesprächen anwesend sein.
Immer wieder wurden Albanese, der Hauptprotagonistin des Films, antisemitische Äußerungen vorgeworfen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hatte die Veranstaltung bereits im Februar auf der Plattform X kritisiert. Albaneses Positionen hätten „nichts mit legitimer Kritik zu tun“. Er forderte ihre Ausladung.
Der Geschäftsführer des Babylon-Kinos, Timothy Grossman, sagte dem epd zu den angekündigten Protesten, er halte es für „ein demokratisches Recht, in Deutschland zu demonstrieren“.
Zudem verwies er auf ein Statement auf der Website. Dort heißt es: „Während die Solidarität mit den Opfern des Hamas-Terrors hoch bleibt, fordert die deutsche Bevölkerung zunehmend eine kritischere Haltung der Bundesregierung gegenüber der israelischen Militärstrategie und ein stärkeres Engagement für die Zivilbevölkerung in Gaza.“
Der Film wurde unter anderem durch den deutsch-französischen Sender Arte und den belgischen öffentlich-rechtlichen Sender RTBF realisiert und war in der Arte-Mediathek zu sehen. Die Filmgespräche sollen auf Instagram live übertragen werden.



