Krankenkassen: Stiftung Patientenschutz für neues Abrechnungssystem

Krankenkassen: Stiftung Patientenschutz für neues Abrechnungssystem
Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, fordert für eine bessere Finanzierung der Krankenkassen eine Modernisierung des Abrechnungssystems sowie die Einführung eines Bonus‑Malus‑Systems für die Qualität der Versorgung.

Dortmund (epd). Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat mit Blick auf die Finanzierung der Krankenkassen vor einer Verständigung der Bundesregierung nur auf Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen gewarnt. „Dabei wäre es mutig, die Fehlanreize des absurden Abrechnungssystems zu beseitigen. Auch muss endlich ein Bonus-Malus-System für die Qualität der Patientenversorgung eingeführt werden“, erklärte Brysch am Sonntag in Dortmund.

Die von der Bundesregierung mit dem Ziel einer stabilen Finanzierung der Krankenkassen eingesetzte Kommission will an diesem Montag ihren Bericht vorlegen. Die Expertinnen und Experten hatten die Aufgabe, eine Prognose für die Entwicklung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung bis 2030 zu errechnen, maßgebliche Kostentreiber im Gesundheitssystem zu identifizieren und Maßnahmen vorzuschlagen, um die Beiträge stabil zu halten.

Kritik an Erst-Hausarzt-Pflicht

Allein im vergangenen Jahr seien die Ausgaben für Arztpraxen um rund acht Prozent und für Krankenhäuser um knapp zehn Prozent gestiegen, erklärte Brysch: „So ist es nicht verwunderlich, dass das Milliardenloch in der gesetzlichen Krankenversicherung immer größer wird.“ Für diese Ausgabenexplosion seien nicht allein die Patientinnen und Patienten verantwortlich. Vielmehr liege die Ursache in einem „absurden Vergütungssystem, das die Branche selbst geschaffen hat“.

Vollkommen ungeeignet sei die geplante Erst-Hausarzt-Pflicht, fügte Brysch hinzu: „Diese wird Behandlungszahlen nicht senken, sondern die Hausarztpraxen von je zusätzlich 2.000 Patienten überrollen und keine schnellen Facharzttermine bringen.“ Honoriert würden vor allem Arzt-Patienten-Kontakte, kritisierte er: „Ob es dem Patienten dabei besser geht, spielt jedoch keine Rolle.“