Bundesländer sehen Ganztagsbetreuung auf gutem Weg

Bundesländer sehen Ganztagsbetreuung auf gutem Weg
Viele Grundschüler werden schon ganztags betreut. Doch es braucht weitere Angebote, wenn Erstklässler ab dem Herbst einen Rechtsanspruch haben.

Frankfurt a.M. (epd). Die Bundesländer sehen sich auf den Start der verpflichtenden Ganztagsbetreuung von Grundschülern ab dem neuen Schuljahr gut vorbereitet. Laut einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei den zuständigen Ministerien zu den vorhandenen Plätzen im Ganztag sind fast durchweg die Betreuungsquoten im Osten des Landes höher als im Westen. Spitzenreiter sind Thüringen mit 91 Prozent und Brandenburg mit über 90 Prozent betreuter Kinder im Grundschulalter, gefolgt von Sachsen mit 86,9 und Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5 Prozent.

Auch Hamburg meldet 91 Prozent. Bayern indes erst 59,5 Prozent, Niedersachsen 50,4 Prozent und Schleswig-Holstein 50 bis 60 Prozent. Baden-Württemberg gibt unter Vorbehalt 40,5 Prozent im schulischen Ganztagsbetrieb betreute Kinder an.

Anspruch ab dem nächsten Schuljahr

Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben alle Erstklässler Anspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung. Bis 2029 folgen sukzessive alle Grundschüler. Fast durchweg gibt es sowohl Hort-Angebote von oder in Kooperation mit Kindertagesstätten sowie Betreuungsgruppen in den Schulen.

Die Prognosen für die künftige Nutzung der Angebote ähneln sich. Alle Länder rechnen mit steigender Nachfrage, können aber keine gesicherten Angaben machen, weil unklar ist, wie viele Eltern später tatsächlich Bedarf anmelden.

Sachsen-Anhalt erwartet, dass künftig rund 80 Prozent der Kinder im Grundschulalter betreut werden. „Die erforderlichen Plätze sind bereits vorhanden“, teilte das Ministerium in Magdeburg mit. Baden-Württemberg teilte mit, der Rechtsanspruch werde umgesetzt: "Welches Angebot vor Ort eingerichtet wird, entscheidet der Träger nach jeweiligem Bedarf der Eltern

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Für den Ausbau ab dem Schuljahr 2029/30 rechnet die nordrhein-westfälische Landesregierung damit, dass rund 80 Prozent der Grundschulkinder einen Ganztagsplatz benötigen: „Der höchste Bedarf besteht in der ersten Klasse, der geringste in der vierten. Auch regionale Unterschiede sind deutlich: In Großstädten ist der Bedarf höher als in ländlichen Regionen.“