Buchrestaurierung in Weimar bangt um Finanzierung

Buchrestaurierung in Weimar bangt um Finanzierung
Nach dem Brand der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek entstand eine Spezialwerkstatt, die mit innovativen Verfahren verkohlte Bücher restauriert und wieder lesbar macht. Die Finanzierung nach 2028 ist aber nicht mehr gesichert.

Weimar (epd). Experten aus Archiven und Wissenschaft haben sich für den Fortbestand der Restaurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar ausgesprochen. Die Finanzierung der Einrichtung über 2028 hinaus sei noch nicht gesichert, sagte der Direktor der Anna-Amalia-Bibliothek, Reinhard Laube, nach einem zweitägigen Fachkolloquium. Die Zukunft der bundesweit einzigartigen Einrichtung hänge jedoch von weiterer öffentlicher Förderung ab.

Schon heute stellt die Werkstatt ihren Kunden Leistungen in Rechnung, erklärte Laube. Wegen des hohen Forschungsanteils sei jedoch die Anbindung an eine öffentliche Institution notwendig. Noch immer würden neue Methoden für unterschiedliche Schadensbilder entwickelt, etwa in Zusammenarbeit mit Hochschulen. Zugleich wurde deutlich, dass besonders komplexe Restaurierungsfälle in Bibliotheken und Archiven häufig aus Personal- oder Kostengründen aufgeschoben werden.

Bundesarchiv ist guter Kunde

Der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, betonte, seine Behörde werde stets Kunde der Weimarer Werkstatt bleiben. Häufig würden Akten in „gruseligen Zustand“ übergeben. Angesichts vielfältiger Schadensbilder sei man auf Partner angewiesen, mit dem sich Restaurierungsmöglichkeiten klären ließen. Auch wenn es sich nur um Verwaltungsakten handele, so seien viele von ihnen doch von zentraler Bedeutung für die deutsche Geschichte.

Die Werkstatt in Weimar-Legefeld entstand nach dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek im Jahr 2004. Das dort entwickelte Spezialverfahren macht verkohlte Bücher kostengünstig und in großen Mengen les- und benutzbar.