Streit um geplantes Eintrittsgeld im Kölner Dom

Streit um geplantes Eintrittsgeld im Kölner Dom
Die Einführung eines Eintrittsgelds für Touristen im Kölner Dom ab Sommer sorgt für Diskussionsstoff. Das Gotteshaus sei kein Museum, betonen Gegner.

Oberursel (epd). Die geplante Einführung eines Eintrittsgelds für Touristen im Kölner Dom bietet weiterhin Anlass für Diskussionen. Ein Eintritt mache den Kölner Dom „zum Museum“ und nehme ihm damit „ein großes Stück von dem, wozu er einmal erdacht und erbaut worden ist“, schreibt der Kölner Pastoralreferent Peter Otten in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift „Publik-Forum“ (Freitag).

Das Domkapitel hatte angekündigt, dass touristische Besucherinnen und Besucher von Juli an eine Abgabe zahlen sollen. Der genaue Betrag steht noch nicht fest. Grund dafür ist die schlechte Finanzlage. Den Dom besuchen rund sechs Millionen Menschen im Jahr. Der Eintritt für Menschen, die Gottesdienste besuchen, eine Kerze anzünden oder zum Beten kommen wollen, soll weiterhin kostenlos möglich sein.

Domkapitel will Besucher mit in Pflicht nehmen

Der katholische Theologe Otten schrieb weiter, ihn wundere, dass die Kölnerinnen und Kölner nicht ins Kirchenschiff geholt und um Rat gefragt worden seien. Er sei sich sicher, „Ideen würden fließen wie das Kölsch im Kölner Brauhaus Früh gegenüber“.

Dem hielt der Dompropst im Kölner Erzbistum, Guido Assmann, in seinem Beitrag für „Publik-Forum“ entgegen, dass Energie-, Material- und Personalkosten rapide angestiegen, Zuschüsse und Einnahmen dagegen etwa auf gleichem Niveau geblieben seien. Außerdem seien die Rücklagen erschöpft. Die Verantwortlichen hätten sich daher gezwungen gesehen, auch die finanziell mit in die Pflicht zu nehmen, „die sich als Tagesbesucherinnen und -besucher an der Schönheit und Einzigartigkeit der Hohen Domkirche erfreuen“.

Mit der neuen Gebühr wolle sich das Domkapitel nicht bereichern, „sondern dem Dom ohne Sorge jede Pflege und jeden Schutz angedeihen lassen, die er als Gotteshaus, gotisches Meisterwerk und Weltkulturerbe benötigt“, schrieb Assmann.