Berlin (epd). Ein Verbändebündnis des Branchengipfels Wohnungsbau-Tag fordert den kostengünstigeren Bau von Wohnungen. Dafür soll vor allem der „Gebäude-Typ E“ gebaut werden, der das Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger mache, erklärte das Bündnis am Donnerstag in Berlin. Der Staat müsse auf einen „Basis-Standard-Wohnungsbau“ setzen.
Beim „Gebäude-Typ E“ sei die „Qualität ausgesprochen gut“, bei gleichzeitig „robuster Substanz und wenig Instandhaltung“, sagte Dietmar Walberg vom Kieler Bauforschungsinstitut Arge. Bei dem Gebäude-Typ wird auf nicht zwingende Baustandards verzichtet und es werden beim Komfort Abstriche gemacht, etwa weniger Steckdosen eingebaut.
Für diesen „Basis-Standard“ sei eine rechtliche Absicherung erforderlich. Das Bündnis forderte die Bundesregierung auf, das „Gebäude-Typ-E-Gesetz“ zu verabschieden, an welchem bereits seit einem Jahr gearbeitet werde. So könnte dem Wohnungsmangel begegnet werden: Experten erwarten den Angaben zufolge weniger als 200.000 neu gebaute Wohnungen im laufenden Jahr. Das entspreche nicht einmal der Hälfte der benötigten Neubauwohnungen.
9,9 Millionen in zu kleinen Wohnungen
Zudem erwartet der Wohnungsbau-Tag einen steigenden Bedarf an kleinen Wohnungen, da die Haushaltsgröße in Deutschland schrumpfe. Gleichzeitig kämen Familien nicht an ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Bereits jetzt lebten demnach 9,9 Millionen Menschen in überbelegten Wohnungen, 1,4 Millionen mehr als noch zu Beginn des Jahrzehnts.
Hinter dem 17. Wohnungsbau-Tag stehen den Angaben zufolge sieben führende Verbände und Organisationen der Bau- und Wohnungswirtschaft.



