Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) warnt vor dramatischen Folgen des Iran-Krieges für die Ärmsten und ruft gemeinsam mit „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophenhilfe zu verstärkter humanitärer Hilfe auf. „Nur Verhandlungen können den regionalen Flächenbrand, der zunehmend zur globalen Krise wird, beenden“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Ziel aller politischen Bemühungen müsse ein gerechter und nachhaltiger Frieden sein, der Sicherheit, Würde und Lebensperspektiven für alle Menschen in der Region gewährleistet.
„Als Kirche rufen wir zur Deeskalation und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft und die politisch Verantwortlichen: Schützt die Menschen und kehrt zurück zu Gespräch und Verhandlung“, erklärte die EKD-Ratsvorsitzende und Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs: „Wohin sollen Krieg und Zerstörung denn noch führen?“
Globale Folgen des Krieges
Diese Lage fordere auch die Kirchen weltweit heraus, ergänzte Fehrs: „Als Teil der einen Kirche Jesu Christi stehen wir in geistlicher Gemeinschaft mit unseren Geschwistern in der Region - insbesondere mit unserer Partnerkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, aber auch mit den Kirchen in Syrien, im Libanon und im Iran.“ Man stehe zudem in Solidarität mit jüdischen Menschen weltweit. „Wir betonen das Existenzrecht und die Sicherheit Israels.“
Dagmar Pruin, Präsidentin von „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe, machte auf die wachsenden globalen Folgen des Krieges aufmerksam: „Dieser Krieg droht zu einer weltweiten Krise zu werden, unter der die Ärmsten am meisten leiden. Es entwickelt sich eine erneute weltweite Ernährungskrise. Steigende Rohstoffpreise bedeuten auch steigende Lebensmittelpreise und mangelnde Versorgung notleidender Menschen.“



