Berlin (epd). Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) sind für verpflichtende KZ-Gedenkstättenbesuche während der Schulzeit. Diese bräuchten allerdings „eine entsprechende Nachbereitung“ sonst „bringt das nichts“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“ (Dienstag). Nouripour forderte von den Gedenkstätten „pädagogische Konzepte, die den heutigen Lebensrealitäten Rechnung tragen“.
Diese seien „noch nicht da angekommen, wo 14-Jährige mit ihrem medialen Konsum sind“, erklärte Nouripour. Er sprach sich für eine bessere Finanzierung der Gedenkstätten aus, um sie „erlebbarer“ zu machen.
Schärfung des Strafrechts
Schuster forderte zudem eine Schärfung des Strafrechts, um antisemitische Taten konsequenter zu ahnden. Immer wieder würden Hassparolen gegen Israelis anstatt gegen Juden geäußert, führte Schuster aus: „Wer gemeint ist, ist völlig klar.“ Er verlangte, die Staatsangehörigkeit als Diskriminierungsgrund in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aufzunehmen. Zudem müssten bei Straftaten härtere Strafen verhängt werden, erklärte Schuster.



