Rotes Kreuz: Angriffe auf Zivilobjekte könnten Kriegsverbrechen sein

Rotes Kreuz: Angriffe auf Zivilobjekte könnten Kriegsverbrechen sein
Das Rote Kreuz schlägt Alarm: Die wiederholten Angriffe auf die Infrastruktur im Nahen Osten seien ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung.

Genf (epd). Die Präsidentin des Internationalen Roten Kreuzes, Mirjana Spoljaric, hat Angriffe auf die zivile Infrastruktur im Nahost-Krieg scharf verurteilt. Ein Krieg gegen lebenswichtige Infrastruktur sei ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung, Millionen Menschen litten bereits darunter, sagte die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz am Montag in Genf.

Vorsätzliche Angriffe auf lebenswichtige Versorgungsdienste und zivile Infrastruktur könnten Kriegsverbrechen darstellen. Am besorgniserregendsten sei die Gefahr einer Beschädigung von Nuklearanlagen, sei es absichtlich oder unbeabsichtigt. Schäden an diesen Anlagen könnten unumkehrbare Folgen nach sich ziehen, weshalb ihnen völkerrechtlich ein erhöhter Schutz gewährt werde.

Teile der Infrastruktur bereits zerstört

Infrastruktur in den Bereichen Energie, Kraftstoff, Wasser und Gesundheit sei bereits beschädigt und zerstört worden. Dieser beunruhigende Trend beschränke sich nicht auf den Nahen Osten oder die letzten drei Wochen; er sei auch in anderen Konflikten weit verbreitet.

Die Präsidentin des Roten Kreuzes nannte die Kriegsparteien nicht namentlich. Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran angegriffen und damit einen regionalen Krieg ausgelöst, bei dem immer wieder zivile Objekte getroffen wurden. US-Präsident Donald Trump schwächte Drohungen, die iranische Energieerzeugung zu vernichten, wieder ab.