Caritas: Anhaltende Gewalt und fehlende Hilfe nach Beben in Myanmar

Caritas: Anhaltende Gewalt und fehlende Hilfe nach Beben in Myanmar
Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar mit Tausenden Toten ist die Not weiter groß. Die internationale Hilfe bleibt laut Caritas international weit hinter dem Bedarf zurück.

Freiburg, Yangon (epd). Inmitten humanitärer Not am Jahrestag des verheerenden Erdbebens in Myanmar ist die Bevölkerung laut Caritas international weiter kriegerischer Gewalt ausgesetzt. „Während die Menschen noch unter den Folgen der Naturkatastrophe leiden, setzt das Militärregime im Bürgerkrieg seine Angriffe auf die eigene Bevölkerung fort“, erklärte das katholische Hilfswerk am Montag. Immer wieder gebe es Luftangriffe auf Dörfer, willkürliche Verhaftungen, Folter und Vertreibung ganzer Gemeinden. Schätzungsweise 3,6 Millionen Menschen seien inzwischen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Am 28. März hatte ein Erdbeben der Stärke 7,7 auf der Richterskala die Region erschüttert. In Myanmar kamen Tausende Menschen ums Leben. In manchen Regionen wurden Caritas international zufolge bis zu 80 Prozent der Häuser zerstört. Das Beben habe ein Land getroffen, das bereits seit Jahren von einem Bürgerkrieg geprägt sei, erklärte die Hilfsorganisation. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen und der katholischen Kirche vor Ort habe Caritas international zumindest mehr als 300.000 Menschen mit lebenswichtiger Hilfe erreicht.

Nur jeder Fünfte erhält Unterstützung

Trotz der aus Bürgerkrieg und Erdbeben resultierenden großen menschlichen Not bleibe die internationale Hilfe aber weit hinter dem humanitären Bedarf zurück, beklagte das Hilfswerk. Aufgrund drastischer Mittelkürzungen hätten lebenswichtige Hilfsmaßnahmen im Jahr 2025 nur zu 17 Prozent finanziert werden können. „Das bedeutet: Nur etwa jeder fünfte Mensch, der dringend auf Hilfe angewiesen ist, erhält tatsächlich Unterstützung“, sagte Myanmar-Referentin Angela Gärtner.

Die Folgen seien gravierend: Rund 16 Millionen Menschen seien weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen, zwölf Millionen litten unter akutem Hunger. Zudem sei zu befürchten, dass humanitäre Krisen wie die in Myanmar angesichts des Iran-Kriegs weiter aus dem Blickfeld der Weltöffentlichkeit geraten.