Weltwetterorganisation: Klima so stark aus Gleichgewicht wie nie

Weltwetterorganisation: Klima so stark aus Gleichgewicht wie nie
2025 war abermals außergewöhnlich warm - und die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase in der Atmosphäre nimmt laut der Weltwetterorganisation weiter zu. UN-Chef Guterres warnt vor einem Klima "im Ausnahmezustand".

Frankfurt a.M., Genf (epd). Angesichts des fortschreitenden Klimawandels schlägt die Weltwetterorganisation (WMO) Alarm. Das Klima sei „stärker aus dem Gleichgewicht geraten als jemals zuvor“, teilte die Organisation am Montag in Genf zur Veröffentlichung ihres Rückblicks auf das Klimajahr 2025 mit. Die WMO, die zu den Vereinten Nationen gehört, verwies auf steigende Temperaturen, die hohe Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre sowie die Eisschmelze.

Die einschneidenden Änderungen hätten sich zwar innerhalb weniger Jahrzehnte vollzogen, doch sie hätten schädliche Folgen auch noch in Hunderten, möglicherweise sogar Tausenden von Jahren, hieß es

Schmelzende Gletscher, warme Weltmeere

Der WMO-Bericht zum Zustand des Weltklimas 2025 („State of the Global Climate Report 2025“) bestätigt, dass vergangenes Jahr das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag demnach 1,43 Grad Celsius über dem Wert der vorindustriellen Zeit (Referenzzeitraum: 1850 bis 1900) - und damit knapp unter dem im Pariser Abkommen vereinbarten 1,5-Grad-Limit. Der Erwärmungstrend zeigt sich auch für die Jahre von 2015 bis 2025. Diese seien die elf wärmsten seit Beginn der Messungen gewesen, hieß es.

In dem Bericht werden eine Reihe weitere Indikatoren für den Stand des Klimawandels erfasst. Laut Daten einzelner Messstationen habe die Konzentration der drei wichtigsten klimaschädlichen Treibhausgase CO2, Methan und Lachgas 2025 weiter zugenommen, hieß es. Die Ozeane seien so warm wie nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 1960 - und die Erwärmungsrate nehme deutlich zu. Auch die Gletscherschmelze setzte sich laut WMO in hohem Tempo fort.

UN-Chef Guterres: Erde stößt an ihre Grenzen

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, äußerte sich besorgt. „Das Weltklima ist im Ausnahmezustand“, sagte der UN-Chef. Die Erde stoße an ihre Grenzen.

Der EU-Dienst Copernicus hatte 2025 Anfang des Jahres als drittwärmstes Jahr seit den Wetteraufzeichnungen eingestuft. Die Analyse der Weltwetterorganisation, die ihren Sitz in Genf hat, beruht unter anderem auf Beiträgen von nationalen Wetterdiensten. Dadurch lassen sich leichte Abweichungen erklären.