Experte: "Datenfasten" schützt Klima

Experte: "Datenfasten" schützt Klima
Wer weiß schon, wieviel Strom die eigene Internetnutzung kostet? Der Digital Cleanup Day am Samstag regt zu einem bewussten Datenverbrauch an.
21.03.2026
epd
epd-Gespräch: Jens Bayer-Gimm

Darmstadt (epd). „Datenfasten“ spart nach den Worten des Internet-Beraters Torsten Beyer Geld und schützt das Klima. „Man muss auf nichts verzichten, um Daten zu sparen“, sagte Beyer in Ober-Ramstadt bei Darmstadt dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Man sollte den Datenverkehr bewusst nutzen wie man bewusst essen sollte.“ Beim Digital Cleanup Day am dritten Samstag im März gehe um einen verbrauchsbewussten Umgang mit digitalen Geräten. „Wenn das viele Menschen machen, verringert das spürbar den Stromverbrauch und damit den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß.“

Rechenzentren gehören nach den Worten des Internet-Beraters weltweit zu den stärksten Treibern für den CO2-Ausstoß. Ein großes Rechenzentrum in den USA benötige rund ein Gigawatt Strom, ungefähr so viel wie ein ganzes Atomkraftwerk produziere. Der nach Angaben des Ökoinstituts klimatisch verkraftbare Ausstoß von zwei Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr sei bereits vor Einführung der KI-Chatbots fast zur Hälfte durch den Datenverbrauch verursacht worden. Der Einzelne könne viel Datenverkehr sparen, ohne die Internetnutzung einschränken zu müssen, betonte Beyer.

Autoplay-Funktion für Videos ausschalten

So lasse sich in bestimmten Browsern und Social-Media-Plattformen die Video-Autoplay-Funktion ausschalten, damit nicht ständig automatisch Videos hochgeladen würden, sondern nur beim gewollten Anklicken. Allein das spare große Datenmengen. Auch das Löschen nicht benutzter Apps erspare unnötige Updates im Umfang von jeweils etwa 50 Megabyte. Datenaufwendige KI-Chatbots sollten nicht für Spielereien benutzt werden.

Unternehmen könnten durch eine datensparsame Programmierung ihrer Website den Datenverbrauch spürbar senken, erläuterte Beyer. Der Unterschied des Datenvolumens bei einem Besuch könne zwischen einem Megabyte und 30 Megabyte liegen. Auch die Länge von Werbe-Videos könne gekürzt werden. Bei Meetings müssten nicht immer alle Kameras eingeschaltet sein, und nicht alle Sitzungen müssten von einer KI protokolliert und gespeichert werden. Eine Strategie zum Datenlöschen verhindere, dass ungenutzte Datenmengen und Backups unnötigen Serverplatz verbrauchten.