Bonn (epd). Die Organisation UN Women Deutschland ruft die Politik dazu auf, Frauen und Mädchen besser vor sogenannter digitaler Gewalt zu schützen. Notwendig sei ein Gesetz, das allen Betroffenen umfassenden Schutz unter anderem vor bildbasiertem Missbrauch oder Deepfake-Pornografie gewährleiste, teilte UN Women Deutschland am Freitag in Bonn mit. Dazu sei es auch geboten, Richterinnen und Richter sowie andere Entscheidungsträger mit Blick auf digitale und insbesondere geschlechtsspezifische Gewalt zu schulen.
„Geschlechtsspezifische Gewalt ist kein Nischenthema“, betonte die Vorsitzende von UN Women Deutschland, Angela Langenkamp. Die gezielte Verbreitung von Desinformationen reproduziere schädliche Männlichkeitsbilder, verstärke Frauenfeindlichkeit und normalisiere Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Um das zu beenden, seien „strukturelle Veränderungen dringend erforderlich“.
Collien Fernandes hat digitale Gewalt gegen sich öffentlich gemacht
Hintergrund ist der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes. Sie wehrt sich seit einigen Jahren gegen sogenannte Deepfake-Videos von sich mit pornografischen Inhalten und hat die Bedrohung durch digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich gemacht. Nun hat sie eine Person in ihrem nächsten familiären Umfeld angezeigt.



