Köln (epd). Zum Welt-Down-Syndrom-Tag am Samstag hat der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, eine anhaltende Benachteiligung von Menschen mit Trisomie 21 kritisiert. Das gelte vor allem im Gesundheitsbereich, sagte Dusel am Freitag dem Deutschlandfunk.
Es gebe einfach zu wenige Begegnungen, sagte Dusel nach Angaben des Senders. Würden Menschen mit Down-Syndrom oder einer anderen sichtbaren Behinderung weniger separiert, würden die Leute sie im Alltag auch nicht mehr so häufig anstarren.
Erinnerung an sogenannte Euthanasie-Morde in der NS-Zeit
Der Behindertenbeauftragte erinnerte an die historische Belastung Deutschlands. Durch die sogenannte Euthanasie zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Hunderttausende Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet oder zwangssterilisiert, darunter zahlreiche Menschen mit Down-Syndrom. Das sei unser Erbe, sagte Dusel. Seitdem hätten Sichtbarkeit und Akzeptanz zwar stark zugenommen, doch auch heute noch würden die Betroffenen deutlich benachteiligt.
Beim Down-Syndrom handelt es sich um eine genetische Besonderheit, das 21. Chromosom liegt dreifach vor. Deutschlandweit leben nach Hochrechnungen des Deutschen Down-Syndrom Info Centers rund 30.000 bis 50.000 Menschen mit Trisomie 21.



