Berlin (epd). Ein Deutschlandticket für dauerhaft 49 Euro im Monat würde laut einem Gutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den Klimaschutz fördern. Senkt die Politik den Preis, spare das Ticket bis 2030 deutlich mehr Treibhausgase ein als ein Abo-Modell mit steigenden Preisen, teilte die DUH am Donnerstag in Berlin mit. „Mit jeder Preissteigerung beim Deutschlandticket wächst die Belastung für Menschen und Klima“, beklagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Angesichts extrem hoher Spritpreise und der klaffenden Klimaziellücke im Verkehrssektor ist das unverantwortlich.“
Die DUH fordert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf, den Ticketpreis konstant auf 49 Euro zu senken. Zusätzlich sollten Vergünstigungen etwa für Azubis und Rentner eingeführt werden.
Mehr Fahrgäste
Untersucht wurde der Zeitraum 2023 bis 2030. Das Einsparpotenzial eines 49-Euro-Tickets liegt demnach bei 44 Millionen Tonnen CO2, rund 18 Millionen Tonnen mehr im Vergleich zum Modell mit steigenden Preisen. Ein Großteil der Reduktion sei noch erreichbar, vor allem durch mehr Fahrgäste: Perspektivisch würden bei einem gleichbleibenden Preis 20,6 Millionen Menschen das Ticket nutzen, etwa sechs Millionen mehr als Ende 2025. Die Erhöhung auf monatlich 58 Euro im vergangenen Jahr habe hingegen bereits fast eine Million Tonnen CO2-Einsparung gekostet. Seit diesem Jahr liegt der Preis für das bundesweit gültige Ticket bei 63 Euro.
Auch die Volkswirtschaft profitiere von weniger Autofahrten, heißt es in dem Gutachten. Durch geringere Folgekosten wie weniger Luftverschmutzung, Flächenverbrauch und Verkehrsunfälle ließen sich demnach rund 46 Milliarden Euro sparen.
Klimaziele im Verkehrsbereich verfehlt
Der Verkehrsbereich in Deutschland verfehlt seine Klimaziele. Im vergangenen Jahr stiegen die Emissionen laut Projektionsdaten des Umweltbundesamts um 1,4 Prozent gegenüber 2024 an (2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Bis Mitte nächster Woche muss die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm vorlegen. Laut UBA-Daten klafft eine Lücke zwischen prognostizierten Emissionen und Klimazielen von 30 Millionen Tonnen CO2.



