Frauen im Parlament: Bas für Gesetz, Prien für Programme

Frauen im Parlament: Bas für Gesetz, Prien für Programme
Verspätet hat der Bundestag am Donnerstag anlässlich des Frauentags über Gleichstellungspolitik diskutiert. Dabei wurden unterschiedliche Auffassungen zur Frauenpolitik deutlich - auch innerhalb der schwarz-roten Koalition.

Berlin (epd). In der Regierungskoalition bleibt es bei unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie der geringe Anteil von Frauen in Parlamenten erhöht werden soll. Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas sprach sich am Donnerstag im Bundestag für eine gesetzliche Regelung aus. Komme es zu einem neuen Wahlrecht, „kann es nur mit Parität verabschiedet werden“, sagte sie in einer Debatte anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März). Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sagte dagegen, die „Wirkungsmacht von Frauen“ solle „durch gezielte Programme“ gestärkt werden.

Einigkeit zeigten die Ministerinnen darin, dass der Anteil von Frauen aktuell nicht zufriedenstellend ist. Deutschland liege auf Rang 60 im internationalen Vergleich, sagte Prien. Im Bundestag war der Anteil weiblicher Abgeordneter nach der vergangenen Wahl auf unter ein Drittel gesunken. Auch die meisten Landtage sind von einer paritätischen Besetzung weit entfernt. Paritätsgesetze sind allerdings juristisch umstritten. In Brandenburg und Thüringen wurden sie von den Verfassungsgerichten wieder kassiert.

Bas: Sexismus und Gewalt nehmen zu

Die Bundestagsdebatte zum Frauentag sollte bereits vor zwei Wochen stattfinden, wurde aber verschoben. Bas und Prien beklagten in ihren Reden Rückschritte bei der Gleichstellung von Frauen. Fortschritte bei Frauenrechten seien heute keine Selbstverständlichkeit mehr, sagte Prien. Bas sagte, weltweit werde versucht, Frauenrechte zurückzudrängen. „Sexismus und Gewalt nehmen zu“, sagte sie.