Weimer: Aus von Neubau für Nationalbibliothek noch nicht entschieden

Weimer: Aus von Neubau für Nationalbibliothek noch nicht entschieden
Weimers Nein für den Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig sorgte für Kritik. Aus seinem Haus heißt es nun, endgültig entschieden sei das Ganze noch nicht. Die Verantwortung liegt nun offenbar beim Bundestag.

Berlin (epd). Im Streit um den infrage stehenden Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) klargestellt, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist. Eine abschließende Prüfung „der kostendefinierenden Planungsunterlagen“ durch die zuständige Bauverwaltung des Bundes stehe noch aus, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin verbreiteten Erklärung seines Hauses.

Die langfristige Finanzierung sei derzeit noch nicht gesichert, hieß es darin weiter. Für das weitere Verfahren verweist sie auf das Haushaltsaufstellungsverfahren, womit die Entscheidung über den Bau beim Bundestag liegen würde. In der Mitteilung ist von einem „Moratorium“ die Rede, was nicht bedeute, „dass das Vorhaben gestrichen ist“.

Erweiterungsbau auch für digitale Sammlung benötigt

Ende vergangener Woche hatte die Nationalbibliothek bekannt gemacht, dass Weimer den seit Langem geplanten Erweiterungsbau mit der Begründung ablehnt, die Sammlung gedruckter Werke sei nicht mehr zeitgemäß. Er plane eine Änderung des gesetzlichen Auftrags der Bibliothek, wonach sie künftig statt zwei nur noch ein Exemplar jedes neu erschienenen Druckwerks archivieren solle. Für bestimmte Publikationen, die auch digital erscheinen, halte er auch eine rein digitale Sammlung für möglich.

Am Dienstag forderten das Kulturministerium und der Bibliotheksverband in Sachsen, an den Bauplänen festzuhalten. Nach ihrer Darstellung geht es beim Erweiterungsbau nicht nur um die Schaffung von mehr Platz für die Sammlung von Büchern, Zeitungen und anderen Werken, sondern auch um ein Data-Center, das für die digitale Sammlung benötigt wird.

Weimer bekannte sich in der Mitteilung von Mittwoch zur Nationalbibliothek als „Schatzkammer unseres schriftlichen Kulturerbes“ und zum Standort Leipzig. „Gleichwohl wollen wir für die Umsetzung ihres umfassenden Sammelauftrags künftig auch die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker einsetzen“, unterstrich er.