Brüssel (epd). Der ehemalige Chefberater der Europäischen Kommission, Paul Nemitz, warnt vor den Gefahren des Datenhandels für die Demokratie. „Die Gefahr ist dramatisch“, sagte er am Dienstagabend in Brüssel bei einer Veranstaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Jeder Mensch werde heute von großen Datenfirmen und Datenhändlern anhand Tausender Parameter erfasst, erklärte Nemitz. „Das nennt man Profil. Und aus diesem Profil kann man alles ableiten: die politische, sexuelle oder religiöse Orientierung - und natürlich das Konsumverhalten.“ Während Unternehmen mit Daten zum Konsum Geld verdienten, seien die übrigen Informationen noch weitreichender. „Ich bin der Meinung, diese Profile sind langfristig mit der Demokratie nicht vereinbar.“ Wenn Einzelne über jeden Bürger nahezu alles wüssten, sei die Gefahr von Manipulation enorm.
Appell an Datenschutzbehörden
Nemitz forderte die Datenschutzbehörden der EU-Staaten auf, entschlossener vorzugehen. Rechtlich gebe es dafür bereits Instrumente: „Man muss bei der Wirtschaft härter rangehen. Nichts hindert die Datenschutzbehörden daran.“



