Weimar (epd). Ein Bündnis von 17 Organisationen fordert, die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ zu stoppen und die KZ-Gedenkstätte vor politischer Instrumentalisierung zu schützen. Der 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald dürfe nicht für antijüdische Agitation missbraucht werden, erklärten die Organisationen in einer am Sonntagabend veröffentlichten Stellungnahme. Die angekündigten Proteste der maßgeblich von linksextremen Kräften organisierten Kampagne müssten mit allen rechtlich zulässigen Mitteln unterbunden werden.
Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören unter anderem das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender, das American Jewish Committee Berlin, die Deutsch-Israelische Gesellschaft sowie die Jüdische Landesgemeinde Thüringen. Deren Vorsitzender Reinhard Schramm sagte, Buchenwald sei ein Ort, der für viele Juden die meist fehlenden Gräber ihrer ermordeten Angehörigen ersetze. „Wir lassen uns Buchenwald nicht von Antisemiten entweihen“, sagte Schramm.
Angriff auf Würde des Gedenkorts
Nach Angaben der Initiatoren plant die israelkritische Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ für den 11. und 12. April eigene Veranstaltungen in Weimar und an der Gedenkstätte Buchenwald abseits des offiziellen Programms zum Jahrestag der Befreiung. Vorgesehen sind unter anderem ein Rundgang durch das ehemalige Lager, Vorträge, eine Podiumsdiskussion sowie eine Mahnwache am Glockenturm des Mahnmals. Die Kufiya ist ein traditionelles arabisches Tuch, das oft auch als „Palästinensertuch“ bezeichnet wird.
Jüdische Organisationen sehen in „Kufiyas in Buchenwald“ einen Angriff auf die Würde des Erinnerungsortes. In der Stellungnahme wird zudem auf Verbindungen einzelner beteiligter Gruppen zu Organisationen verwiesen, die den Terror der Hamas relativiert hätten.



