Dresden, Gohrisch (epd). Die Internationalen Schostakowitsch Tage im sächsischen Gohrisch widmen sich in diesem Jahr jüdischen Einflüssen. Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) habe immer wieder auf die Bedeutung der jüdischen Kultur für sein eigenes Schaffen hingewiesen, teilte das Festival am Freitag in Dresden mit. Dafür stehen den Angaben zufolge Kompositionen wie die 13. Sinfonie „Babi Jar“ wie auch das zweite Klaviertrio, das vierte Streichquartett oder der Liedzyklus „Aus jiddischer Volkspoesie.“
Beim Festival vom 25. bis 28. Juni kommen neben Werken von Schostakowitsch auch Arbeiten von jüdischen Zeitgenossen sowie von Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) und Arvo Pärt, aber auch von Felix Mendelssohn Bartholdy (1808-1847) zur Aufführung. Zudem seien Werke des Weißrussen Lew Abeliowitsch (1912-1985) zu erleben. Dies werde eine „spannende Neuentdeckung“, hieß es. Abeliowitschs Kompositionen seien in Deutschland bislang völlig unbekannt.
Preis für Pianistin Elisabeth Leonskaja
Den Schostakowitsch-Preis erhält in diesem Jahr die Pianistin Elisabeth Leonskaja. Die heute 80-Jährige habe mit Schostakowitsch zusammengearbeitet, hieß es. Erwartet werden zudem unter anderem Gidon Kremer und seine Kremerata Baltica sowie die Sächsische Staatskapelle Dresden. Sachsen begeht 2026 das „Jahr der jüdischen Kultur“.
In Gohrisch in der Sächsischen Schweiz komponierte Schostakowitsch während eines Aufenthaltes 1960 sein 8. Streichquartett. Seit 2010 erinnert das Festival jährlich daran.


