Brüssel (epd). Die Europäische Union (EU) mobilisiert angesichts der eskalierenden Lage im Nahen Osten humanitäre Nothilfe für den Libanon. „Hunderttausende Menschen wurden fast über Nacht aus ihren Häusern vertrieben“, erklärte die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib am Dienstag in Brüssel. Die Menschen im Libanon könnten auf die Unterstützung der EU zählen.
Wie die EU-Kommission mitteilte, umfasst die Hilfe Lebensmittel, medizinische Güter, Materialien für Notunterkünfte sowie Winterkleidung. Damit sollen die dringendsten Bedürfnisse der wachsenden Zahl von Menschen gedeckt werden, die durch die anhaltenden Kämpfe im Land vertrieben wurden. Nach EU-Angaben sind in den vergangenen Tagen mehr als 680.000 Menschen innerhalb des Libanon auf der Flucht.
Luftbrücke eingerichtet
Die Hilfe wird über die humanitären Partner der EU, das Welternährungsprogramm (WFP) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef), verteilt. Das WFP soll demnach rund 404 Tonnen Lebensmittel liefern, um mehr als 90.000 Menschen zu versorgen.
Zudem richtet die EU eine humanitäre Luftbrücke ein. Ein erster Flug soll medizinische und weitere Hilfsgüter aus einem EU-Lager in Kopenhagen an Unicef liefern. Damit sollen mehr als 100.000 besonders gefährdete Menschen unterstützt werden.
Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel.
Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden islamistischen Hisbollah-Miliz auf Israel hat sich der Konflikt auf den Libanon ausgeweitet. Israel nahm die Hisbollah im Libanon unter Beschuss und forderte die Bevölkerung auf, bestimmte Gebiete zu verlassen.


