Berlin, Bonn (epd). Das internationale Freiwilligenprogramm „kulturweit“ wird eingestellt. Das Auswärtige Amt beende die Förderung „aufgrund flächendeckender Einsparzwänge“, wie das Ministerium und die deutsche Unesco-Kommission am Freitag gemeinsam mitteilten. Demnach starten im September letztmalig 300 Freiwillige ihren sechsmonatigen Auslandsaufenthalt mit dem Programm.
Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, erklärte, sie bedaure die Entscheidung des Auswärtigen Amtes sehr. „Sie betrifft ein erfolgreiches Programm, das gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen verbindet.“ Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Bernhard Kotsch, versicherte, man habe sich die Entscheidung „wahrlich nicht leicht gemacht“. Das Außenministerium gibt bislang fünf Millionen Euro im Jahr für „kulturweit“ aus.
Mehr als 6.500 Absolventinnen und Absolventen
Das Programm war 2009 gestartet. Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren können darüber ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland leisten, zum Beispiel in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Stätten des Weltnaturerbes. Möglich sind Aufenthalte für sechs oder zwölf Monate. Seit 2015 können sich auch junge Menschen aus dem Ausland bei Einrichtungen in Deutschland engagieren.
Den Angaben vom Freitag zufolge gab es bislang mehr als 6.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „kulturweit“. „Auch die Nachfrage für die letzte Entsendung war ungebrochen hoch“, hieß es in der Mitteilung.


