Universität Frankfurt sucht Alternativen zur "Pille"

Universität Frankfurt sucht Alternativen zur "Pille"
Die einst als Mittel zur sexuellen Freiheit gefeierte Pille wird zunehmend kritisch gesehen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen nach nicht-hormonellen Verhütungsmitteln.

Frankfurt a.M. (epd). Ein Forschungsteam an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main will neuartige Wirkstoffe zur Empfängnisverhütung entwickeln. Die in den 1960er Jahren entwickelte Antibabypille gelte als sicher und zuverlässig, könne aber auch Nebenwirkungen zeigen, teilte die Universität Frankfurt am Freitag mit. Die Hormongabe habe in bestimmten Fällen Symptome wie Übelkeit, Gewichtszunahme, Spannungsgefühle, Bluthochdruck, Leberstörungen oder Thrombosen hervorgerufen. Bestimmte Antibiotika oder Johanniskrautmittel minderten die Wirksamkeit der Pille. Bei verschiedenen Erkrankungen sollte sie nicht genommen werden.

Deshalb strebe das Forschungsprojekt „Prevent“ in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Bonn und der Ludwig-Maximilian-Universität München die Entwicklung nebenwirkungsarmer Verhütungsmittel an, die nicht auf Hormonwirkungen beruhen. Der Forschungsansatz konzentriere sich dabei auf sogenannte kleine Moleküle, die spezifisch solche Proteine blockierten, die ausschließlich in Spermien oder in Eizellen vorkommen. So könne zum Beispiel die Beweglichkeit der Spermien herabgesetzt werden, damit diese die Eizelle nicht mehr erreichten.

Gene als Ansatzpunkt für Forschung

„Wir kennen schon eine Reihe an Genen, die mit Unfruchtbarkeit in Verbindung stehen“, sagte die Frankfurter Projektleiterin Claudia Tredup. „Im Prevent-Team wollen wir nun das Knowhow schaffen, um die entsprechenden Proteine als Zielstrukturen für sichere, nicht-hormonelle Verhütungsstrategien zu nutzen.“ Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium für drei Jahre im Umfang von drei Millionen Euro gefördert.