Hilfswerk warnt vor Ernährungskrise in armen Ländern wegen Iran-Krieg

Hilfswerk warnt vor Ernährungskrise in armen Ländern wegen Iran-Krieg
Bereits der Ukraine-Krieg sorgte für Lebensmittelengpässe und Preissteigerungen in vielen Ländern. Das könnte sich laut "Brot für die Welt" wiederholen.

Frankfurt a.M. (epd). Die Eskalation im Nahen Osten könnte laut „Brot für die Welt“ zu einer Ernährungskrise in armen Ländern führen. „Steigende Rohstoffpreise bedeuten auch steigende Lebensmittelpreise und mangelnde Versorgung notleidender Menschen“, erklärte das evangelische Hilfswerk am Donnerstag in Berlin. Schon der Beginn des Krieges in der Ukraine habe zu einer Lebensmittelkrise geführt, das drohe sich zu wiederholen.

Die bereits bemerkbaren Preissteigerungen bei Gas und Öl führten nicht nur zu höheren Energie- und Transportkosten, sondern wirkten sich auch unmittelbar auf die globalen Ernährungssysteme aus, hieß es. So führten steigende Energiepreise zu Inflationssteigerungen und damit höheren Lebensmittelkosten sowie auch zu höheren Düngerpreisen, weil die Herstellung von chemischen Düngemitteln sehr energieintensiv sei.

Bund soll mehr Mittel für Hilfe bereitstellen

„Von dieser Entwicklung profitieren vor allem große Konzerne und spekulative Marktakteure, während Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie einkommensschwache Haushalte besonders stark unter Druck geraten“, erklärte der Landwirtschaftsexperte der Organisation, Stig Tanzman. „Brot für die Welt“ forderte die Bundesregierung auf, mehr Mittel zur Bekämpfung des Hungers bereitzustellen, da der Hilfsbedarf durch die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten steigen werde.

Laut dem Hilfswerk liegt das Problem auch darin, dass die Politik die notwendige Transformation der Ernährungssysteme, vor allem im globalen Süden, zu wenig unterstützt hat. Nötig sei die Stärkung lokaler Gemeinschaften und Produktionsketten, damit sie unabhängiger von teurem Saatgut und Dünger und die Wege kürzer seien.