Berlin (epd). Mehrere Organisationen fordern die Beendigung der deutschen Urananreicherung im nordrhein-westfälischen Gronau und der Produktion von Brennelementen im niedersächsischen Lingen. Zudem solle sich die Bundesregierung für nukleare Rüstungskontrolle und Abrüstung einsetzen, hieß es bei der Vorstellung des Uranatlas 2026 am Dienstag in Berlin. Herausgeber sind unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Greenpeace und die der Linkspartei nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Vertreter der Organisationen warnten vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Weltweit befänden sich derzeit 65 Atomkraftwerke in Bau, 63 davon würden in oder von Atomwaffenstaaten gebaut.
Der Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bernd Riexinger, warnte zudem vor der Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern Rosatom bei Brennelementen. 19 Reaktoren in der EU können Riexinger zufolge nur mit Brennelementen russischer Bauarten betrieben werden. Das russische Unternehmen forciere „den weltweiten AKW-Ausbau wie kein anderes“.
Mögliche Kooperation mit Russland
Den Herausgebern des Uranatlas zufolge wird derzeit sogar eine Kooperation zwischen dem Brennelemente-Werk in Lingen mit Russland geprüft. Der russische Nuklearsektor sei weitgehend von EU-Sanktionen ausgenommen.
In diesem Jahr jähren sich die Reaktorunfälle im ukrainischen Tschernobyl am 26. April 1986 und im japanischen Fukushima am 11. März 2011 zum 40. beziehungsweise 15. Mal. Als Reaktion auf die Katastrophe in Japan beschloss der Bundestag im Sommer 2011 den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie. Mittlerweile sind alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz gegangen.


