Hürden beim Ankommen: Pawlik warnt vor Wegzug von EU-Arbeitskräften

Hürden beim Ankommen: Pawlik warnt vor Wegzug von EU-Arbeitskräften
Viele EU-Zuwanderer denken darüber nach, Deutschland wieder zu verlassen, wie eine Befragung im Rahmen einer Studie zeigt. Das könne sich Deutschland nicht leisten, warnt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Berlin (epd). Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD), äußert sich vor dem Hintergrund von Ergebnissen einer Umfrage besorgt über Wegzug-Gedanken bei EU-Zuwanderern. „Wir können es uns nicht leisten, ein Drittel der EU-Bürgerinnen und -Bürger durch schlechte Bedingungen wieder zu verlieren“, sagte Pawlik am Dienstag in Berlin. Wie aus einer von ihr beauftragten Studie hervorgeht, trägt sich jeder dritte Zuwanderer aus einem anderen EU-Land mit dem Gedanken, Deutschland wieder zu verlassen.

Gründe für die Frustration unter den Zuwanderern sind der Studie zufolge vor allem fehlender Zugang zu Sprachkursen, die mangelnde Anerkennung von Qualifikationen und Diskriminierungserfahrungen. Dies führe dazu, dass Arbeitnehmende aus anderen EU-Staaten oftmals unterhalb ihrer Qualifikation und im Niedriglohnsektor beschäftigt sind, heißt es in der Studie. Pawlik wiederholte in dem Zusammenhang auch ihre Kritik an den von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) beschlossenen Beschränkungen der Integrationskurse. Auch EU-Zuwanderer sind davon betroffen. Dies sei „der vollkommen falsche Schritt“, sagte Pawlik.

Zuwanderung aus EU-Staaten nimmt ab

Die von der Staatsministerin beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung beauftragte Studie geht den Gründen für Zu- und Abwanderung aus anderen EU-Staaten nach. Dafür wurden Daten analysiert, qualitative Interviews geführt und rund 900 nicht repräsentativ ausgewählte EU-Zuwanderer über soziale Netzwerke befragt.

Menschen aus anderen EU-Staaten bilden die größte Zuwanderergruppe in Deutschland, der Zuzug nimmt aber wie in anderen Gruppen ab. Wie aus dem jüngsten Migrationsbericht der Bundesregierung hervorgeht, sind 2024 beispielsweise mehr Zuwanderer aus Rumänien, Polen und Bulgarien wieder in ihre Heimat zurückgekehrt als neu nach Deutschland gekommen sind. Erstmals seit dem EU-Beitritt dieser Länder gab es damit einen negativen Wanderungssaldo.