Berlin, Leipzig (epd). Der Sänger der Popband „Prinzen“, Sebastian Krumbiegel, würde nach eigenen Worten auch vor AfD-Anhängern auftreten, um sie mit seinen Überzeugungen zu konfrontieren. Man müsse mit den Leuten reden, sagte der 59-jährige Leipziger Musiker in der Zeitung „Politik & Kultur“ des Deutschen Kulturrates (Ausgabe 3/26). Vor AfD-Kadern würde er aber nicht auftreten.
Vor der Landtagswahl in Thüringen 2024 habe er in dem kleinen thüringischen Ort Themar ein Minifestival mitorganisiert. „Da gab es jahrelang ein Rechts-Rock-Festival 'gegen Überfremdung'“, sagte Krumbiegel: „Wir haben versucht, dem etwas entgegenzusetzen.“
Leute „nicht verteufeln“
Abends hätten sie bei der Mutter des Veranstalters auf dem Balkon gesessen und sie habe berichtet: „Der Nachbar da wählt AfD, der da hängt immer die Reichskriegsflagge raus. Wir sind hier umgeben von Rechtsextremisten. Aber wenn der Nachbar eine Bohrmaschine braucht, kriegt er sie geliehen. Doch wenn er sich ein Hakenkreuz an die Jacke macht, kriegt er eine Anzeige.“
Diese Haltung, die Leute „nicht zu verteufeln“, das Gespräch zu suchen und offen zu sein, aber klare rote Linie zu ziehen, die halte er für die genau richtige. „Das ist jedenfalls auch meine“, sagte der Sänger.
Denkanstöße geben
Er wisse auch nicht immer, was richtig oder falsch sei, sagte das frühere Mitglied des Leipziger Thomanerchores. Er sei kein politischer Aktivist, und er wolle niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat: „Ich will Denkanstöße geben und nicht danebenstehen und nichts machen in diesen wirren Zeiten.“


