Berlin (epd). Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Yasmin Fahimi, hat Debatten über einen Abbau des Sozialstaats als ökonomisch kontraproduktiv bezeichnet. Der Sozialstaat sei kein Luxus, sondern müsse gerade in Krisenzeiten stabil sein, sonst entstünden Unsicherheit und Kaufzurückhaltung, sagte Fahimi beim Hans-Böckler-Forum zum Arbeits- und Sozialrecht am Freitag in Berlin. Das Forum hatte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit Sitz in Düsseldorf organisiert.
Mit Blick auf Forderungen, Arbeitszeiten zu flexibilisieren, verlangte Fahimi einen Fokus auf Menschen, die derzeit kaum in den Arbeitsmarkt integriert seien, „anstatt diejenigen, die da schon sind, weiter in die Überlastung zu treiben“. Es brauche Verbesserungen in der Qualifikation und in der regionalen Mobilität. Eine hohe Teilzeitquote sei kein Ausdruck von Lifestyle, sondern es gebe 2,5 Millionen Teilzeitkräfte, die gern aufstocken würden, es aber aus verschiedenen Gründen nicht könnten.
Qualifikation als zentrale Herausforderung
Qualifikation nannte auch der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, als eine zentrale Herausforderung. Das betreffe vor allem die Bildungspolitik. Bezogen auf die Sozialstaatsdebatte sagte er, es gefährde die Zukunft, Dinge für unantastbar zu erklären. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten sich gemeinsam auf neue Standards einigen.
Die Vorsitzende des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, nannte das Problem der fehlenden Fachkräfte. Es brauche eine bessere Migrationspolitik für Fachkräfteeinwanderung.


