Autohändler-Verband: E-Auto-Prämie schadet statt nützt

Autohändler-Verband: E-Auto-Prämie schadet statt nützt
Vom Verband der Automobilhändler kommt Fundamentalkritik an der im Januar beschlossenen E-Auto-Prämie. Sie sei "grundsätzlich" falsch, das Geld würde besser in Kitas und Schulen investiert, sagt Verbandschef Weller in einem Interview.

Berlin (epd). Mit deutlichen Worten hat der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) die neue Prämie der Bundesregierung für den Kauf von Elektro-Autos kritisiert. „Die Prämie schadet mehr, als sie nützt“, sagte VAD-Präsident Burkhard Weller dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Freitag) und fügte hinzu: „Den ganzen Spuk hätte man sich sparen können und die drei Milliarden Euro für die Kaufprämie besser in Kitas und Schulen investiert.“

Weller nannte das Verfahren zu kompliziert, Details seien immer noch nicht klar. Dabei werde sich das Elektroauto auch ohne Kaufhilfen durchsetzen. „Als Verband der Automobilhändler Deutschlands halten wir die Prämie grundsätzlich für falsch“, sagte Weller. Wichtiger für die E-Mobilität seien billiger Strom und Preistransparenz an den Ladesäulen.

Förderung an Einkommens-Obergrenzen geknüpft

Die Bundesregierung hatte sich im Januar darauf geeinigt, Privathaushalte mit geringen bis mittleren Einkommen bei der Anschaffung eines E-Autos zu fördern. Das Förderprogramm sieht Zuschüsse bis zu 6.000 Euro vor. Mit geringeren Zuschüssen werden auch Kauf und Leasing von Plug-in-Hybriden und Range Extendern unterstützt, die zum Teil noch fossil betrieben werden. Bedingung für die Förderung ist, dass das zu versteuernde Haushaltseinkommen pro Jahr 80.000 Euro nicht übersteigt. Mit mehreren Kindern steigt die Grenze auf 90.000 Euro.

Gezahlt wird laut VAD für Neuzulassungen rückwirkend seit Jahresbeginn. Die Internetplattform für die Anträge solle aber erst im Mai bereitstehen, bemängelte Weller. Der VAD wurde nach eigener Darstellung im vergangenen Jahr gegründet und vertritt rund 6.000 Automobilhändler sowie gut 14.000 Autohäuser mit zusammen 329.000 Beschäftigten.