Nur 26 Personen im Dublin-Zentrum Eisenhüttenstadt

Nur 26 Personen im Dublin-Zentrum Eisenhüttenstadt
Das Dublin-Zentrum im brandenburgischen Eisenhüttenstadt zur Rückführung aus Polen eingereister Asylsuchender ohne Bleiberecht wird kaum frequentiert. Bisher wurden von dort nur fünf Personen nach Polen überstellt.

Potsdam, Eisenhüttenstadt (epd). Im Dublin-Zentrum für Asylbewerberinnen und -bewerber im brandenburgischen Eisenhüttenstadt sind derzeit 26 Personen untergebracht. Aufgrund der verstärkten Grenzkontrollen und seit April 2025 auch aufgrund der Zurückweisungen von Asylsuchenden an der Grenze kämen kaum noch Personen im Land Brandenburg an, die zuvor schon in anderen EU-Ländern als asylsuchend registriert wurden. Das teilte das Brandenburger Innenministerium am Donnerstag in Potsdam auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit.

Wegen dieser Entwicklung sei die Kapazität in Eisenhüttenstadt im Laufe des vergangenen Jahres von etwa 250 auf rund 60 Plätze verringert worden. Über die weitere Zukunft des Dublin-Zentrums zur Rückführung über Polen eingereister Asylsuchender ohne Bleiberecht in das Nachbarland soll laut Ministerium nach Inkrafttreten des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) entschieden werden. Dann werde eine „endgültige Bewertung des Dublin-Zentrums“ erfolgen, wie es heißt.

Bundesweit zweites Zentrum

Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Geas-Reform bis zum 12. Juni dieses Jahres umsetzen. Der Bundestag stimmt am Freitag über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Asylrefrom ab. Das Dublin-Zentrum an der polnischen Grenze hatte am 1. März 2025 eröffnet. Es ist neben Hamburg die bundesweit zweite Einrichtung, die die Rückführung über Polen eingereister Asylsuchender ohne Bleiberecht beschleunigen soll.

Die Dublin-Verordnung regelt, dass Schutzsuchende ihren Asylantrag in dem Land stellen müssen, welches sie in der EU zuerst betreten haben. Deutschland schickt also sogenannte Dublin-Fälle in das zuständige EU-Land zurück. Aus Eisenhüttenstadt konnten nach Ministeriumsangaben bisher fünf Personen nach Polen überstellt werden.