Ökobank kritisiert Wettbewerbsnachteile für Bio-Betriebe

Ökobank kritisiert Wettbewerbsnachteile für Bio-Betriebe
Die sozial-ökologisch ausgerichtete GLS Bank fordert mindestens eine Gleichbehandlung von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. Momentan seien Bio-Bauernhöfe wegen bürokratischer Pflichten benachteiligt.

Bochum (epd). Die Bochumer GLS Bank sieht die ökologische Landwirtschaft und damit Produzenten von Bio-Lebensmitteln im Wettbewerb benachteiligt. Es gebe „teils gravierende Wettbewerbsverzerrungen“ gegenüber konventionellen Betrieben, weil der Bürokratieaufwand für Bio-Landwirte deutlich höher sei, warnte das Kreditinstitut am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. Die nach eigenen Angaben weltweit erste Ökobank finanziert nur sozial-ökologisch orientierte Projekte.

Die Bank bezieht sich auf eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach müssen Bio-Betriebe für den Erhalt des EU-Öko-Siegels jährlich unnötig aufwändige Nachweise dafür vorlegen, dass sie nachhaltig wirtschaften. Dieser Aufwand sei eine wesentliche Ursache dafür, dass ökologisch produzierte Lebensmittel teurer seien als konventionelle, hieß es. Die Folge sei eine Marktverzerrung zugunsten der konventionellen Produzenten, obwohl doch die ökologische Variante als förderungswürdig gelte.

Keine Alternative zu mehr Nachhaltigkeit

„Bio-Bauernhöfe müssen viel Zeit und Geld für bürokratische Anforderungen investieren“, sagte GLS-Vorständin Aysel Osmanoglu. „Es bräuchte mindestens eine Gleichbehandlung.“ Mit Blick auf die wirtschaftliche Zukunft gebe es ohnehin weltweit keine Alternative zu mehr Nachhaltigkeit: „Wirtschaften gegen die eigenen Lebensgrundlagen ist nicht logisch, sondern schizophren.“

Die GLS Bank vergab den Angaben zufolge 2025 mehr als eine Milliarde Euro an Neukrediten, die überwiegend in die Branchen erneuerbare Energien und bezahlbares Wohnen flossen. So finanzierte sie 79 neue Photovoltaik- und Windenergieprojekte und 51 Projekte für sozialen und bezahlbaren Wohnraum. Ziel für die gesamte Branche müsse sein, die Lücke von bundesweit inzwischen rund 1,2 Millionen fehlenden Wohnungen mit günstigen Mieten zügig zu schließen, erklärte die Bank.

Zahl der Kunden bei rund 388.000

Die Bilanzsumme 2025 verbesserte sich den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen stiegen um neun Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen legte um 8,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Kunden erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 388.217.