Brasilien: Auftraggeber für Mord an Politikerin Franco verurteilt

Brasilien: Auftraggeber für Mord an Politikerin Franco verurteilt
Acht Jahre nach dem Mord an der Stadträtin Marielle Franco hat Brasiliens Justiz die Drahtzieher verurteilt.

Salvador da Bahia (epd). Acht Jahre nach dem Mord an der brasilianischen Politikerin Marielle Franco sind die Drahtzieher zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Oberste Bundesgericht befand die Brüder Chiquinho und Domingos Brazão für schuldig, Francos Ermordung beauftragt zu haben, wie das Gericht am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Beide Politiker wurden demnach wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes und Angehörigkeit bei einer kriminellen, bewaffneten Vereinigung zu je 76 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bei dem Attentat am 14. März 2018 wurde auch Francos Fahrer getötet, eine Mitarbeiterin überlebte.

Die schwarze und queere Aktivistin und Frauenrechtlerin Marielle Franco hatte sich als Stadträtin in Rio de Janeiro unter anderem für die Bewohner von Slums der Stadt eingesetzt. Dadurch und durch ihre wachsende Bekanntheit störte sie die Brüder Brazão vor allem bei ihrem Bestreben, für immer neue illegal besetzte Grundstücke legale Dokumente zu erlangen.

Schlagzeilen weit über Brasilien hinaus

Der Fall erregte Aufsehen weit über die Grenzen Brasiliens hinaus. 2024 wurden die früheren Militärpolizisten Ronnie Lessa und Élcio Queiroz wegen des Mordes zu 78 beziehungsweise 59 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Im Rahmen einer Kronzeugen-Regelung nannte Lessa die Namen der Auftraggeber des Attentats. Die beiden Brüder müssen laut dem Richterspruch ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt sieben Millionen Reais (rund 1,16 Millionen Euro) an die Angehörigen der zwei Toten und an die Überlebende zahlen.