Ukrainische Allianz kritisiert Kehrtwende bei Integrationskursen

Ukrainische Allianz kritisiert Kehrtwende bei Integrationskursen
Vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine fordern nach Deutschland geflüchtete Menschen aus dem angegriffenen Land vollen Zugang zu Integrationskursen und kritisieren Innenminister Dobrindt (CSU) für seine Kehrtwende beim Thema.

Berlin (epd). Vier Jahre nach Kriegsbeginn in ihrem Heimatland fordern in Deutschland lebende Ukrainer und Ukrainerinnen uneingeschränkten Zugang zu Integrationskursen. Die Kehrtwende von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei diesem Thema kritisierte die Vorstandsvorsitzende der Allianz Ukrainischer Organisationen in Deutschland, Oleksandra Bienert, in den Zeitungen des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“ (Dienstag): „Wer sich nicht verständlich machen kann, wer ständig auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, erlebt Ohnmacht statt Selbstständigkeit.“ Es sei „dringend notwendig, den Zugang zu Integrationskursen wieder zu ermöglichen, um Teilhabe, Selbstständigkeit und Chancengleichheit zu sichern“.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte den Trägern von Integrationskursen kürzlich mitgeteilt, dass „bis auf Weiteres“ keine Teilnehmer mehr zugelassen werden, für die der Kurs nicht verpflichtend ist - es sei denn, sie bezahlen selbst. Das betrifft Asylbewerber im Verfahren, Geduldete, Migranten aus der EU sowie Flüchtlinge aus der Ukraine.

„Jahrelang auf Unterstützung angewiesen“

„Der aktuelle Zulassungsstopp wird die Arbeitsmarktintegration erheblich ausbremsen und dazu führen, dass Menschen noch jahrelang auf Unterstützung angewiesen sein werden“, kritisierte Bienert in dem Interview. Das habe neben praktischen „auch menschliche Konsequenzen: Es geht um Selbstvertrauen und Würde im Alltag.“