Wiesbaden (epd). 2,1 Millionen Menschen in Deutschland haben einer neuen Statistik zufolge noch nie das Internet genutzt. Gut 3 Prozent der Personen zwischen 16 und 74 Jahren seien im vergangenen Jahr hierzulande sogenannte „Offliner“ gewesen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Der Anteil der Menschen ohne Internetnutzung habe sich von 6 Prozent im Jahr 2021 auf gut 3 Prozent 2025 in etwa halbiert.
Am höchsten sei der Anteil der „Offliner“ in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen: Ein Zehntel von ihnen (10 Prozent) habe bis zum vergangenen Jahr noch nie im Netz gesurft. Doch auch bei den älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen gab es 2025 Menschen, die noch nie das Internet genutzt haben: Zwei Prozent der 16- bis 24-Jährigen waren den Angaben zufolge Offliner.
Starke Unterschiede im EU-Vergleich
Im Vergleich mit den anderen Ländern der Europäischen Union liegt Deutschland laut der Statistikbehörde unter dem Schnitt: In den 27 Ländern der EU seien durchschnittlich 4 Prozent der Menschen offline. Den höchsten Anteil wiesen Kroatien und Portugal mit jeweils 10 Prozent auf, gefolgt von Griechenland (9 Prozent) und Polen (8 Prozent). Gleichauf mit Deutschland gibt es auch in Frankreich und Spanien jeweils 3 Prozent „Offliner“. Den geringsten Anteil von Einwohnern ohne Internetnutzung hat demnach Irland mit weniger als einem Prozent.
Weltweit haben der Statistik zufolge gut ein Viertel der Menschen keinen Internetzugang: Laut Schätzungen der Internationalen Fernmeldeunion der Vereinten Nationen (ITU) waren 2025 rund 26 Prozent der Weltbevölkerung offline, rund 2,2 Milliarden Menschen.
Die Statistikbehörde wies auf negative Folgen für die „Offliner“ hin: Ob Terminvereinbarungen, Ticketbuchungen oder Überweisungen: Viele Dienstleistungen würden ausschließlich oder fast nur noch online angeboten. „Für Menschen ohne Internet wird der Alltag dadurch zunehmend schwieriger zu bewältigen“, hieß es.


