Wahlbeteiligung: Studie mahnt Abbau von Hürden für junge Menschen an

Wahlbeteiligung: Studie mahnt Abbau von Hürden für junge Menschen an
In diesem Jahr stehen deutschlandweit fünf Landtagswahlen und weitere Kommunalwahlen an. Für junge Menschen gibt es in Deutschland laut einer Studie viele Hürden für die Stimmabgabe.

Gütersloh (epd). Um die Wahlbeteiligung junger Menschen zu verbessern, müssen laut der Bertelsmann Stiftung strukturelle Hürden abgebaut und Verfahren vereinfacht werden. Nötig seien zudem verständliche Informationen, frühe Erfahrungen und echte Mitgestaltung, ergab die am Dienstag in Gütersloh von der Stiftung veröffentlichte Studie „Hürdenlauf zur Wahlurne“. So könnte ein „Zukunftsrat junger Menschen“ den Bundestag in der Gesetzgebung beraten.

Bei der Bundestagswahl 2025 ging den Angaben zufolge jeder fünfte der unter 30-Jährigen nicht zur Wahl (20,6 Prozent). Laut der Studie gibt es Hindernisse etwa beim Zugang, bei der Kompetenz und der Motivation. Für viele junge Menschen sei die zentrale Frage vor der Wahl nicht, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollten, sondern wie Wählen überhaupt funktioniere und ob ihre Stimme einen Unterschied mache, erklärte der Demokratie-Experte der Bertelsmann Stiftung, Jonathan Hoffmann. Zu oft würden junge Menschen mit diesen Fragen allein gelassen.

Jugendgerechte Kommunikation über Social Media

Wichtig seien zudem eine jugendgerechte Regierungskommunikation über Social-Media-Kanäle sowie die Stärkung von politischer Bildung im Schulunterricht, hieß es. Durch flächendeckende und begleitete Wahlsimulationen im Unterricht kann laut der Stiftung das Interesse an Wahlen gestärkt werden. Eine Absenkung des Wahlalters führe zudem zu einer stabileren Wahlbeteiligung. Auch eine Wahlerinnerung per SMS wirke sich positiv aus, wie das Beispiel Schweden zeige. „Gerade in einer alternden Gesellschaft ist die Teilhabe junger Menschen zentral“, erklärte Daniela Schwarzer, Vorständin der Stiftung.

Für die Studie wurden laut Stiftung Antworten von 1.668 jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Zudem fanden im September 2025 sechs Fokusgruppendiskussionen in Leipzig statt. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe dpart erstellt.